Abi 08
'Abi08' ist ein etwas ungewöhnlicher Name für eine Fuchsie,er hat aber eine familiäre Bedeutung. Im Jahre 2008 machte Karl Strümpers Enkelin Kathi ihre Matura mit sehr gutem Erfolg,und das freute auch die Großeltern. Eine gerade aufgeblühte Neuzüchtung mit großen gefüllten Blüten war das richtige Geschenk und die Erinnerung an eine aufregende Zeit. 'Abi08' blüht reich,etwas später im Sommer,aber dafür bis in den ersten Frost. Der kann manchmal hilfreich sein,denn wer schneidet schon diese reiche Blüte gerne mit der Schere ab? Gut gedüngt sind die Blüten und Blätter etwas kräftiger und widerstehen Regen und Wind sehr gut. Entnommen aus FP 117,mit frdl.Genehmigung der Autorin
Abbé Farges
’Abbé Farges’ ist eine alte Züchtung von Lemoine, also über 100 Jahre alt. Ich weiß nicht,ob neuere Züchtungen sich so lange halten werden,ich werde es auch nie erfahren.Der Tubus hell kirschrot,ist kurz und mitteldick.Sepalen.hell kirschrot,horizontal abstehendKorolle rosa-lila,schmal,halbgefülltLaub ist mittelgrün und etwas glänzendDer Wuchs ist aufrecht und buschig,sie verzweigt sich selbst. Die Zweige sind leicht brüchig und brechen leicht ab. ’Abbé Farges’ gilt als winterhart.Ein Kniestämmchen von ’Abbé Fagres ist –wie Kniestämmchen von allen kleinblütigen Fuchsien – zauberhaft.
Aach Libelle
Diese Fuchsie scheint tatsächlich fliegen zu können.Schon die spitzigen,langen Knospen üben den Flug und die waagrecht abstehenden,leicht verdrehten Sepalen geben der Blüte etwas Beschwingtes.Hübsch sehen die Petalen mit den dunkelrosa Rändern aus.Leider verstecken sich die Staubgefäße unter dem Röckchen,dafür ragt der rosa Griffel mit der rosa Narbe heraus und weist den Besuchern den weg.
Abigail
Abigail' habe ich zum ersten Mal auf der sagenhaften Ausstellung unser holländischen Fuchsienfreunde in Bekendonk gesehen. Sie fiel mir gleich auf beim Eingang zu dem Pavillon,der auf den See hinausgebaut war,und der voller sehr großer Fuchsienampeln hing.Hier war 'Abigail' aufgebaut - eine wunderschöne reichblühende Fuchsiensorte,die ich damals sofort haben wollte. Sie hing in Augenhöhe,so dass man direkt in die kleinen zierlichen abstehenden Blüten hineinblicken konnte. In der geöffneten Korolle sieht man von unten an der Basis einen kleinen weißen Stern. Die Petalen selbst stellen sich mehr als waagerecht aus,und die verhältnismäßig großen Sepalen biegen sich optimistisch nach oben. Die Blüte sieht,wenn man sie von unten betrachtet,wie ein besonders gut gelungener Blütenstern aus,wie auch auf dem Foto von Herrn Strücker gut zu erkennen ist. 'Abigail' ist ein Blickfang in jeder Sammlung mit ihren harmonischen Farben und den leuchtend weißen Knospen. Sie besitzt die Blütenform,wie sie auch unter anderen 'Swanley Gem' und 'Mary Fairclo' zu eigen ist,tellerförmig mit hoch aufgebogenen Sepalen. 'Abigail' blüht sehr reich,den ganzen Sommer über,sie verfügt über eine gute Verzweigung und gilt als steifer Halbhänger,der sich sehr gut für Ampeln eignet. Ich kann mir aber auch vorstellen,dass Kniestämmchen von dieser Sorte sehr schön sind. Von unserem deutschen Züchter Springer gibt es noch u.a. 'Hathor' (weiß-rosa),'Caspar Hauser' (rot-schwarzrot),'Cat Balou' (rot-braunrot),'Gerda Manthey' (aubergine).
Auntie Jinks
Manchmal benötigt man für bestimmte Plätze schmückende Ampeln,die nicht durch ausladenden Wuchs gleichWagenradgröße erreichen. In solchen Fällen sollten wir an 'Auntie Jinks' denken. Sie bildet lange,biegsame Triebe,die wie ein Wasserfall direkt nach unten wachsen. Während die ersten Blüten früh im Jahr mit der Blüte beginnen,schieben sich aus dem Topf und den älteren Trieben fortlaufend neue Zweige nach,die dann auch sehr schnell blühen. Es wird also pausenlos bis zum ersten Frost durchgeblüht, im Treibhaus auch noch bis zum Jahresende. Das Laub ist klein und unauffällig und ordnet sich der Pracht der zahlreichen,eher kleinen Blüten gut unter. Die Knospen erinnern noch ein wenig an die Mutter 'Checkerboard'. Besonders hübsch ist 'Auntie Jinks' auch als Randbepflanzung in größeren Kübeln und hier ein guter Farbpartner zu aufrechten Fuchsien mit weißen oder pastellfarbigen Blüten. Sie ist eine dankbare Fuchsie,die viel Freude bereiten kann.
Aika
Mit 'Aika' ist dem deutsche Züchter Lutz Bögemann ein großer Wurf gelungen,eine wirkliche Bereicherung des verfügbaren Sortiments. Beachten wir zunächst einmal die aparte Blütenform. Der elegant geschwungene Tubus von recht ansehnlicher Länge geht mit einem deutlichen Absatz,einer eigenartigen Verdickung,in die ebenfalls langen und schmalen Sepalen über,die noch einen dunkleren Mittelstreifen aufweisen. Die Sepalen sind seitwärts nur gerade soweit aufgestellt,dass man die wirklich wunderschöne und besondere Form der Korolle erkennen kann. Jedes einzelne Petal ist an der Unterkante mitschwungvollen Einbuchtungen versehen,wie sie mir von keiner anderen Fuchsienblüte bekannt sind. Die kräftig kirschrote Korolle kommt durch die nuancierten Töne eine Intensität von großer Leuchtkraft. Die gewöhnlich bei Fuchsienblüten weit herausragenden Staubfäden sind bei 'Aika' völlig in der Korolle verborgen,sichtbar ist nur die Griffelnarbe. Auch diese Eigenart verstärkt den Eindruck des Besonderen dieser Blüten. Sie werden an langen Stielen wirkungsvoll über dem Laub getragen. Doch die Qualitäten dieser Neuzüchtung aus Ostfriesland erschöpfen sich nicht - wie bei leider vielen neuen Cultivaren - in einer schönen Blüte. Die Pflanze ist starkwüchsig mit glänzendem,festen schön geformten Laub. Überrascht war ich - beim Umtopfen - von dem außergewöhnlich kräftigen Wurzelsystem. Die alte Gartenweisheit,die besagt,dass eine Pflanze immer nur so gut sein kann wie ihr Wurzelwerk,wird hier überzeugend bestätigt. Obwohl man mit 'Aika' gewiss auch prachtvolle Ampeln bepflanzen kann,sind die Zweige kräftig genug,um aufrechte,dekorative Pflanzen zu ziehen. Im Sommer 1984 hatte ich einen prachtvollen Busch mit unzähligen Blüten. Die Pflanze war erst im zweiten Lebensjahr. Mein Versuch der letzten Monate,einen Hochstamm zu ziehen,scheint recht erfolgsversprechend. Ob Ampel,Busch oder Hochstamm,wir sollten in der Anzuchtphase möglichst oft entspitzen.
Alex Rolinck
Anlässlich der Fuchsienschau im Kreislehrgarten und unserer Jahrestagung in Münster suchte der Münsterländer eine Persönlichkeit aus seiner Heimat,der man eine Fuchsienneuheit widmen könne. In der Person von Herrn Alex Rolinck wurde sie dann auch gefunden,und diese Neuzüchtung wurde am Samstag,4.7.1993 zur Eröffnungsfeier derFuchsienschau auf diesen Namen von seinem Sohn feierlich getauft. Alex Rolinck,Träger des Bundesverdienstkreuzes,wurde 1908 geboren und starb 1991. Neben seiner Tätigkeit als Unternehmen hat er sich im Laufe seines arbeitsreichen Lebens stets für zahlreiche,ehrenamtliche Aufgaben eingesetzt. 'Alex Rolinck' ist eine Ausgewählte von mehreren Schwesternsämlingen und wurde über längere Zeit beobachtet. Sie wächst kräftig aufrecht und ist besonders zur Anzucht von Hochstämmen geeignet. Mit ihren leuchtenden Farben und der eigenwilligen Korolle ist sie eine Bereichung für jede Sammlung.
Adriane (Adrien) Berger
Meine erste Bekanntschaft mit 'Adriane Berger' habe ich im Jahre 1985 im BotanischenGarten Berlin anlässlich der Jahreshauptversammlung der DFG gemacht. Am Ende der Führung durch die Anlage wurde den Fuchsienfreunden eine Auswahl schöner Fuchsien präsentiert. Das leuchtende Rot der Korolle ist weithin sichtbar und farbgleich mit dem Rot der 'Celia Smedley'. Die Blüte ist groß in klassischer Form. Unter gleichen Bedingungen erblüht 'Adriane Berger' im Frühjahr von meinen Fuchsiensorten als erste. Die Knospe ist lang-oval und spitz. Die Pflanze ist starkwüchsig und wächst zunächst aufrecht. Erscheinen die ersten Blüten ,biegen sich die Triebspitzen mehr und mehr,um dann später bei voller Blütenpracht halb herunterzuhängen. Mit drei bis vier Pflanzen ist ein Blumenkübel üppig gefüllt und übt eine leuchtende und anziehende Wirkung auf den Betrachter aus. Auffällig bei dieser Fuchsie ist,dass im Jungstadium die Blätter an den Zweigen wechselständig angeordnet sind. Ganz besonders ist dies bei der Anzucht eines Stämmchens zu beobachten. Allein durch diese Auffälligkeiten ist die Fuchsie auch ohne Blüten sofort und sicher zu erkennen. (Die Fuchsie wird in Süddeutschland auch schon mal unter dem Namen 'La Perla' gehandelt,) Charakteristisch sind die eingeprägten Blattadern der mittelgroßen Blätter mit dem leicht gezahnten Blattrand. Eine gute Eigenschaft ist die weitestgehende Unempfindlichkeit der Fuchsie gegen Sonne und Hitze. Den Hitzemonat August 1997 überstand die Fuchsie hervorragend. Nach letztmaliger Düngung Mitte September (bei Überwinterung nicht zu empfehlen) zeigte 'Adriane Berger' an Blühfreudigkeit alles bis zum ersten Frost. Wer war der Züchter Berger?
Annabel
Es gibt mittlerweile sicherlich viele neue weiße Fuchsien,und mit 'Annabel' stelle ich unseren Fuchsienfreunden sicherlich nichts Neues mehr vor. Aber diese weiße Fuchsie hat es mir angetan,ich finde,sie ist eine der schönsten Weißen überhaupt. Im lichten Schatten behält sie ihr reines Weiß,in der Sonne werden sie Blüten leicht rosa und auch das Laub wird dunkler. Bei der Stecklingsvermehrung,die eigentlich ohne Probleme ist,ernennt man 'Annabel' gleich am lichtgrünen,fast gelben Laub. Überhaupt treibt 'Annabel' in den Spitzen immer mit sehr hellgrünem Laub aus,ein wahres Merkmal für sie,und daran ist sie auch ohne Blüten gut zu erkennen. Die Blüte ist sehr schön und gut geformt,'Annabel' ist eine fleißige Blüherin, sie blüht den ganzen Sommer,ohne Blühpause. 'Annabel' eignet sich für viele Verwendungsmöglichkeiten,Balkonkasten,Hochstämmchen und sogar als Beetfuchsie. Wir (Freundeskreis Saar-Pfalz) haben in unserem Fuchsienbeet in der Freizeitgartenanlage "Finkenrech" schon von Anfang an,d.h. seit 15 Jahren,vier 'Annabel' - Pflanzen,drei Büsche und ein Hochstämmchen ausgepflanzt,die uns die ganzen Jahre die Treue gehalten haben. Diese Sorte kann also auch sehr alt werden.