Groenekan's Glorie
Die Fuchsiensorte 'Groenekan's Glorie' hat den für viele orangefarbenen Fuchsien typischen sparrigen Wuchs mit den - besonders bei Jungpflanzen - sehr großen,hellgrünen Blättern. Entspitzen,entspitzen,und nochmals entspitzen sollte bei der Anzucht die Devise sein. Nur so bekommt man buschige Pflanzen mit dichtem Laub und vielen Blüten. Die Blüten sind einfach,groß und wohlgeformt. Sie haben eine hervorragende Fernwirkung. Die gute Sonnenverträglichkeit ist ein weiterer positiver Aspekt. Licht und Sonne bringen die Blüten erst richtig zum Strahlen. In der Kultur und bei der Überwinterung ergeben sich keine Probleme. Große,dekorative Pflanzen,auch Hochstämme jeder Größe,lassen sich relativ schnell heranziehen. Gründungsmitglieder unserer DFG werden sich mit mir gewiss gerne an das wunderschöne Exemplar erinnern,das die holländische Delegation des Kring als Geschenk zur Gründungsversammlung 1981,zusammen mit anderen Holländischen Züchtungen,mit nach Frankfurt gebracht hatte.
Greenpeace
Mit 'Greenpeace' hat Herman De Graaff,der erfolgreiche holländische Züchter,uns eine ungewöhnliche,aber gerade deswegen faszinierende,Fuchsie geschenkt. Das beginnt mit der unbändigen Wuchskraft,die - selbst,wenn wir uns mit häufigem Entspitzen bemühen - kaum zu beeinflussen ist. Die Pflanze verzweigt sich nur wenig,sondern wächst eigenwillig in die Höhe. Die großen,etwas groben,mittelgrünen Blätter sind fein behaart und fühlen sich weich an. Ebenfalls behaart sind Zweige und Stiele. Im Wuchs und Laub kommt unübersehbar das 'Speciosa' - Erbgut zum Vorschein. ('Speciosa' = F. splendens x F. fulgens). Die mittelgroßen,sehr zahlreichen Blüten mit der zunächst reinweißen Korolle werden bei sonnigem Stand rötlich überzogen. Tubus und Sepalen sind ohnehin mehr grün als weiß. Eine auffällige Besonderheit sind die zu kleinen grünen Blättchen umgebildeten Staubgefäße: Petaloiden genannt,die wir nur von wenigen Kultivaren kennen. In manchen Beschreibungen wird der botanische Terminus "Petaloiden" irrtümlich für alle kleinen Petalen einer Korolle verwendet. Bei dem weichem Laub dieser Sorte ist besondere Wachsamkeit gegenüber tierischen wie pilzlichen Schädlingen angebracht.
Granada
Wer kann eine Fuchsie wohl treffender beschreiben als der Züchter,der sie ja über mehrere Jahre hinweg kritisch beobachtet haben soll,bevor er die Neuheit zur Registrierung bei der American Fuchsia Society anmeldet. Darum soll diesmal zur Abwechslung Clemens Schnabel im Originalton von 1957 seine damals neue Kreation vorstellen: "Ein Busch,zwei bis drei Fuß hoch (etwa 60 bis 90 cm),mit lederartigen,dunkelgrünen Blättern an kräftigen aufrechten Zweigen. Große gefüllte Blüten von reichem Purpur mit tief karminroten Sepalen,deren Farbe in die Korolle verläuft. Die Blüten besitzen eine Opulenz,keiner anderen Fuchsie vergleichbar,mit Ausnahme der alten Varität "Royal Purple". der sie ähnlich ist. Aber 'Granada' - Blüten sind zweimal so groß. Die Pflanze ist hitzeresistent,reichblühend und narrensicher in der Kultur." (Übersetzt aus "New Fuchsia Introductions,Supplement Nr. 2,1954-1959,California Academy of Science). Aus eigener Erfahrung kann ich voll bestätigen,dass Granada zu den allerbesten Fuchsien in dieser klassischen Farbkombination gehört. Die große Vitalität resultiert aus einem außerordentlich starken Wurzelsystem. In den siebziger Jahren,während einer längeren Folge von milden Wintern,war sie über mehrere Jahre dekorativer Dauergast in meinem Garten ausgepflanzt wohlgemerkt! Das ledrige Laub gibt den Schädlingen wenig Chancen. In relativ kurzer Zeit lassen sich größere Strukturen wie Hochstämme,Säulen und Pyramiden heranziehen,an denen man lange Jahre seine Freude hat.
Gräfin Sonja
Besonderheit: kleine cremefarbige Sepalen an der Basis. 'Gräfin Sonja' ist wegen ihres Blütenfarbenspiels eine besondere Liebhabersorte. Die Farbenvielfalt vom Öffnen der Knospe bis zur Endphase der Blütezeit ist enorm. Nur wenige Fuchsienblüten haben wie 'Gräfin Sonja' eine starke dunkelviolette Randzeichnung der Korollenblätter. Diese Randzeichnung ist,je nach Standort,sehr verschieden,aber äußerst eindrucksvoll. 'Gräfin Sonja' eignet sich für alle Wuchsformen,sei es ein Busch,hervorragend für eine Ampel,oder gar ein Hochstämmchen. Stecklinge bewurzeln leicht und ohne Probleme. Karl Strümper Als Ausdruck der Verbundenheit und als Dank an Gräfin Sonja Bernadotte für ihren "Einsatz zur Erhaltung der Natur und des öffentlichen Grüns" sowie der "Heranführung der Jugend an die Aufgaben zur Erhaltung unserer Umwelt" taufte der Züchter Karl Strümper 1991 auf der Insel Mainau diese Fuchsienneuheit auf den Namen 'Gräfin Sonja'.
Geburtstagskind
Wer zierliche,kleine Fuchsien liebt,sollte es einmal mit 'Geburtstagskind' versuchen. Sie bewurzelt sich zwar nicht immer ganz einfach und wächst auch nur sehr zögernd,aber mit der nötigen geduld und Fürsorge wird man mit reichblühenden,weißen Ampelpflanzen belohnt. Diese Sorte hat sehr kleine Blättchen,die an rötlichen Stängeln und Blattstielen hängen, die Seitentriebe bleiben kurz,bringen aber aus einem Blattachselpaar vier bis sechs Blüten. Der Fruchtknoten ist schmal und länglich,die Knospe grünlich,Bei der aufblühenden Blüte ist der Tubus zunächst grün,später zart rötlich überlaufen. Die Sepalen sind relativ lang und nach oben zurückgeschlagen,weiß,an den Spitzen grün,auf der Innenseite an den Spitzen zum Teil zart rötlich überhaucht. Die Korolle ist weiß und einfach. Die Blütenblätter greifen zunächst übereinander,später sind sie leicht ausgestellt.,Die weißen Staubbeutel sind in der Korolle verborgen,dagegen ragt der weiße Stempel mit seiner weißen Narbe weit aus der Blüte heraus. Der Freundeskreis Leonberg hat diesen niedlichen,zarten Kind seinen Namen ausgesucht,der ihm gut stehe.
Glockenspiel
Kein Name hätte zu dieser Sorte besser gepasst als 'Glockenspiel'. Die Blüte sieht einem Glockenspiel sehr ähnlich. Die hellrote Röhre wird bis zu vier cm lang,die Sepalen sind etwas dunkler und heben sich nur leicht über die Korolle,wodurch die Kugelform des Glockenschwengels gewahrt wird. Die Blüte ist halbgefüllt,die vier inneren Petalen bilden je eine Röhre mit einem Staubgefäß,die anderen vier Staubgefäße umgeben den hellroten Stempel,der 4 cm aus der Korolle ragt. Die Blätter sind dunkelgrün,herzförmig,leicht gezahnt,bis zu 7 cm lang und 5 cm breit, ihre Größe harmonisiert mit der Größe der Blüten. Die ganze Pflanze macht in der Ampel einen sehr guten Eindruck,fast auch kugelförmig,die roten Blüten und die tropfenförmigen Knospen heben sich von dem Laub gut ab. Wenn der Wind die Blüten leicht bewegt,ist man fast versucht,zarte Glockentöne zu hören. 'Glockenspiel' zeigt erst bei ca. + 30 ° C,dass es ihr zu heiß ist,auch das ist ein Grund,sie ihn jede Sammlung aufzunehmen.