Überwinterung



Überwinterung von Fuchsien

Mitteleuropäische Winter sind für die meisten Fuchsien zu kalt. Darum müssen sie frostfrei in geeigneten Räumen überwintern. Dazu bedarf es einiger Vorbereitungen. Die Fuchsien erhalten einen starken Rückschnitt. Alle schwachen und geknickten Triebe werden herausgeschnitten und die Übrigen auf cirka 30% eingekürzt, um den Austrieb der inneren Knospen zu fördern. Alle noch vorhandenen Blätter sollten entfernt werden. Diese scheinbar radikale Maßnahme verhindert weitgehend die Überlebensmöglichkeiten von vorhandenen Schadinsekten und Krankheiten wie den Fuchsienrost. Zur Abtötung noch vorhandener Eier und Larven können die Fuchsien mit ungiftigen ölhaltigen Mitteln wie Raps- oder Parafinölen allseitig eingesprüht werden. Fuchsien die vom Fuchsienrost befallen sind, sollten jetzt vorbeugend mit einem Kontaktfungizid z.B. Polyram WG oder Dithane Neo Tec gespritzt werden, um die Sporen abzutöten. Systemische Mittel sind unwirksam, da sie nur über das Laub wirksam sind.

Verschiedene Überwinterungsmöglichkeiten.

Im frostfreien Gewächshaus

sollte die Temperatur für die Monate November bis Ende Februar 3-8 °C betragen. Die Fuchsien müssen in dieser Zeit relativ trocken gehalten werden. Ab Ende Februar, mit steigender Tageslänge und höherer Lichtintensität können die Pflanzen wärmer gehalten werden.(18-20° C). Höhere Temperaturen führen zum unerwünschten Längenwachstum, darum viel lüften. Die Fuchsien nur mäßig feucht halten, um kurze gedrungene Pflanzen zu erhalten, darum bis April wenig düngen.

Sonstige frostfreie Räume

Wie Keller, Garagen, Dachböden und unbewohnte Zimmer. Die Bedingungen in den genannten Räumen sind zu unterschiedlich um detaillierte Regeln anzugeben. Rückschnitt und die anderen Maßnahmen wie oben beschrieben gelten auch hier. In dunklen Kellern darf die Temperatur nicht höher als 10°C sein. Bei frostfreiem Wetter und bei hoher Luftfeuchtigkeit muss gelüftet werden, um pilzlichen Krankheiten besonders Grauschimmel vorzubeugen. In alten Kellern mit hoher Luftfeuchtigkeit sehr wenig gießen, damit die Pflanzen nicht vorzeitig austreiben. Die Pflanzen dürfen aber nicht vollkommen austrocknen.

(Mit einer Nagelprobe an der Rinde kratzen)

Einmieten:

Wenig bekannt ist die Möglichkeit Fuchsien über Winter einzumieten.

Diese Art der Überwinterung hat den Vorteil, dass Sie keine Pflegemaßnahmen durchführen müssen. Den Zeitpunkt des Herausholens bestimmen Sie selbst. Für Fuchsienbesitzer, die über keine geeigneten Räume verfügen, eine sichere und empfehlenswerte Art der Überwinterung.

Die Fuchsien werden stark zurück geschnitten (sonst Bruchgefahr) und alle Blätter entfernt. Dann wird eine Grube ausgehoben. Die Tiefe ist abhängig von der Bodenbeschaffenheit und der Anzahl der Pflanzen. Anschließend die Pflanzen Topf an Topf oder Ballen an Ballen hineinlegen. Dann Abdecken der Miete mit Brettern, Platten oder ähnlichen Materialien. Der Bodenaushub kann als weitere Abdeckung dienen. Im Laufe des Winters ist darauf zu achten, dass es bei starken Frösten nicht in die Miete friert (zusätzliche Abdeckung mit Laub, Teppichen oder Luftpolsterfolien). An Hanglagen, hohem Grundwasserstand oder dichten Böden unbedingt verhindern, dass Wasser in die Miete dringt.

Unter diesen Bedingungen eine oberirdische Miete anlegen. (Siehe Zeichnung) Bei Gefahr von Mäusefraß etwas Gift auslegen.

Zeichnungen: Aat van Wijk Text: Karl-Heinz Saak