Fuchsienrost

Pucciniastrum epilobii

Fuchsienrost

Hinter diesem schwierigen Wort verbirgt sich die größte Herausforderung für uns Fuchsienliebhaber,
nämlich der Fuchsienrost.

Besonders im letzten Jahr war der Fuchsienrost sehr aktiv, abzulesen in vielen Beiträgen in unserem Forum. Auffällig waren die vielen gut gemeinten Vorschläge zur Bekämpfung. Das ging vom Entfernen der befallenen Blätter, mit dem Resultat, dass diese Fuchsien nur noch Gestrüpp sind oder die Empfehlung völlig unwirksamer Mittel. In Erinnerung ist mir die Verwendung von Schwefelpräparaten, die gegen Fuchsienrost aber völlig unwirksam sind. Sie haben nur eine Wirkung gegen echte Mehltaupilze bei sehr häufiger Anwendung.

Mein Rat dazu: Vor Befolgung von Ratschlägen überprüfen ob die empfohlenen Präparate gegen Fuchsienrost überhaupt zugelassen sind.

Denn die Zulassung gegen Rostpilze im Haus- und Kleingartenbereich garantiert bei rechtzeitiger und vorschriftsmäßiger Anwendung auch Erfolg.

Die Betonung liegt auf rechtzeitig, denn alle Rostpilze, (auch Rosenrost) lassen sich sicher mit den zugelassenen Mitteln vorbeugend verhindern.

An erster Stelle sollte natürlich die Vermeidung des Befalls sein. Das ist nur möglich bei guter Durchlüftung der Pflanzen, Ampelfuchsien sind viel weniger betroffen als z.B. dichte Bestände mit winterharten Fuchsien. Schon aus optischen Gründen stehen in unseren Gärten die Fuchsien dicht beieinander und bieten daher ideale Bedingungen zur Ausbreitung des Fuchsienrostes. Der Befall beginnt fast immer von unten. Sieht man die orangefarbenen Sporenlager, ist der Befall schon weit fortgeschritten, denn das Myzel hat sich wie ein Wurzelgeflecht im Inneren der Blätter ausgebreitet.

Strategie zur Bekämpfung: Da bekannt ist das die unteren Blätter der Fuchsien zuerst befallen werden, muss die Bekämpfung auch hier beginnen. Das bedeutet, dass kurz vor oder kurz nach dem pflanzen vorbeugend gespritzt werden muss. Dazu sind folgende Wirkstoffe geeignet:

Metiram: Name des Produktes: Polyram WG

Lang erprobtes Mittel, verhindert die Sporenkeimung, ist nicht systemisch, dringt also nicht in das Blattgewebe ein, aber Blätter unbedingt von unten benetzen. Hinterlässt starke Spritzflecken, die aber später überwachsen werden.

Azoxstrobin: Name des Produktes: 12 verschiedene Mittel z.B. Ortiva

Leider sind diese Mittel nur noch im Gewächshaus zugelassen. Sie sind sehr gut verträglich, wirken systemisch und hinterlassen keine Spritzflecken. Ihr Nachteil, Rostpilze, auch andere Pilze werden sehr schnell resistent. Darum nur zweimal pro Jahr anwenden.

Myclobutanil: Name des Produktes: 6 verschiedene Mittel z.B. Ectivo

Dieser Wirkstoff auch Bestandteil des Mittels „Systane" ist nun auch im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen. Nur für den Bereich Zimmer und Freiland. Es ist sehr wirksam gegen Fuchsienrost, wirkt systemisch. Resistenzen sind bis jetzt nicht bekannt. Meine Empfehlung: Gesunde Fuchsien ehe sie zu dicht werden Anfang Juli spritzen und Ende August Anfang September wiederholen. Bei hohem Befallsdruck, zum Beispiel im Vorjahr, ein erstes Mal kurz nach dem pflanzen spritzen, um vorhandene Infektionen zu beseitigen.

Difenoconazol: Name des Produktes: Duaxo Universal Spritzmittel

Ein relativ neues Mittel aus der Gruppe der „Azole" für Haus-und Kleingarten wirkt vorbeugend und heilend. Zerstörtes Blattgewebe wird natürlich nicht wieder gesund. Zugelassen für den Bereich Zimmer, Gewächshaus und Freiland. Mit Wirkung gegen Mehltau, Kräuselkrankheit des Pfirsichs und Sternrußtau an Rosen. Wirkt systemisch.

Tebuconazol: Name des Produktes: Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Folicur

Ebenfalls ein Mittel aus der Gruppe der „Azole". Wirkungsbereich wie vorheriges.

Das sollten Sie wissen:

Rostpilze führen ein sehr kompliziertes Leben. Viele von ihnen sind spezialisiert auf wenige Pflanzenarten. Das gilt auch für den Fuchsienrost. Er befällt nur Pflanzen der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Dazu gehören die gelb blühenden Nachtkerzen, Clarkia, das Weidenröschen Epilobium, von dem der Fuchsienrost seinen Namen hat und natürlich auch unsere Fuchsien.

Darum sind andere Rostpilze z.B. der Rosen, der Wolfsmilchgewächse, der Stockrosen, Birnen- und Apfelrost nicht auf Fuchsien übertragbar, auch wenn sie dicht beieinander stehen. Aber die oben genannten Mittel sind auch wirksam gegen diese Rostpilze.

Die genannten Mittel sind von der Biologischen Bundesanstalt umfangreich geprüft und für den Bereich Haus- und Kleingarten zugelassen.

Immer wieder lese ich auch von unseren Mitgliedern, die den Umgang mit der „Giftspritze" ablehnen. Aber keines dieser Mittel ist giftig, was nicht heißt, dass sie trinkbar sind. Ich respektiere Menschen die den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln ablehnen, aber dann müssen sie auch akzeptieren, dass nur das von ihren Pflanzen übrig bleibt, was Pflanzenkrankheiten und Schädlinge übrig lassen.

Pflanzenstärkungsmittel sind Mittel die nicht ihre Wirksamkeit nachweisen müssen. Wenn sie eine Wirkung erzielen sollen, müssen sie oft, vorbeugend und bei geringem Befallsdruck eingesetzt werden.

Auf Hausmittel kann ich an dieser Stelle aus rechtlichen Gründen nicht eingehen.

Im Internet finden Interessierte unter dem Suchwort "Pucciniastrum"

viele Informationen über den Fuchsienrost.

Karl-Heinz Saak